Förderbrücke F60

 

 

Hier sind einige Bilder von dem Vortrag "Förderbrücke F60" zu sehen, der am 10.03.2015 im Raumbildclub Berlin e.V. gehalten wird.

Das „Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60“ befindet sich am Bergheider See nahe der Ortslage von Lichterfeld, nur wenige Kilometer von der Sängerstadt Finsterwalde entfernt.
Die dort gezeigte Abraumbrücke ist die letzte der fünf von dem Kombinat TAKRAF gebauten F60. Die Montage erfolgte zwischen 1989 und 1991. Mit der Errichtung waren bis zu 1000 Personen beschäftigt. Eingesetzt im Braunkohletagebau Klettwitz-Nord sollte dieser Tagebau eine Braunkohlengroßkokerei und verschiedene Brikettfabriken beliefern.
Die Brücken dieses Typs sind die größten beweglichen technischen Arbeitsmaschinen der Welt. Die ursprünglich maximale Abtragsmächtigkeit beträgt 60 Meter, daher auch die Bezeichnung F60. Mit einer Länge von 502 Meter wird sie auch als liegender Eiffelturm bezeichnet. Insgesamt ist sie bis zu 80 Meter hoch und 240 Meter breit. Im betriebsfähigen Zustand wiegt die Abraumförderbrücke (ohne Bagger) 13.500 Tonnen.
Sie bewegte sich mit Hilfe zweier Fahrwerkskomplexe, die baggerseitig auf drei und kippenseitig auf zwei Gleisen in Normalspur fahren. Zusätzlich zu den zwei Gleisen baggerseitig gab es nochmal zwei Gleise für den Trafo- und Kabelwagen, sowie für die am Zubringer angeschlossenen Eimerkettenbagger. Insgesamt existieren 760 Fahrwerksräder, von denen 380 angetrieben werden. Die maximale Geschwindigkeit der F60 beträgt 15 m/min, die Arbeitsgeschwindigkeit 9 m/min. Die elektrische Anschlussleistung der F60 inklusive der zwei Bagger am Zubringer beträgt 27.000 kW. Zur Förderung von einem Kubikmeter Abraum von der Baggerseite bis zum Versturz in 75 m Höhe sind 1,2 kWh Elektroenergie notwendig.
Am 5. Februar 1991 nahm die F60 ihren Betrieb auf. Sie bewegte 27 Mio m³ Abraum, bevor sie nach nur 13 Monaten im Juni 1992 den Betrieb wieder einstellte. Nach der Wiedervereinigung wurden die meisten Heizungssysteme auf Erdöl oder Gas umgestellt, somit wurde die Brikettfabrikation überflüssig. Das Ende des Stahlgiganten scheint nahe. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) beginnt die F60 zur Sprengung vorzubereiten.
Einer Hand voll Enthusiasten ist es zu verdanken, dass die Brücke diesem Schicksal entgeht. 1998 kann die Verschrottung der F60 endgültig abgewendet werden, da nun die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf Eigentümerin der F60 geworden war. Ein von der Gemeinde erarbeitetes Nutzungskonzept sieht ein Besucherbergwerk vor. Zugleich wird die Brücke für verschiedene Kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Events, Lichtershows u.ä. genutzt.
Das Restloch vom Braunkohletagebau Klettwitz-Nord wird ab 2001 geflutet. Hier entsteht der Bergheider See, es wird ein Naherholungsgebiet mit Bademöglichkeit geben und auch ein Naturschutzbereich ist vorgesehen. Bis jetzt ist die Flutung jedoch noch nicht abgeschlossen und noch keine Freigabe durch das Bergwerkamt erfolgt.
Ab 2002 steht die Brücke als Besucherbergwerk zur Verfügung. Wer will kann sich auf die 1.3 km lange geführte Tour begeben und aus 80m Höhe einen Blick vom den Bergheider See über Finsterwalde bis zum Kraftwerk Jänschwalde genießen.

Öffnungszeiten, Veranstaltungspläne usw. sind auf www.f60.de zu finden.

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