Bergpark Wilhelmshöhe

 

 

Am 14.02.2017 ab 19:30 Uhr findet unsere jährliche Mitgliederversammlung als geschlossene Veranstaltung statt. Details zur Tagesordnung sind im Mitgliederbereich dieser Homepage zu finden.  

Gäste sind ab 20:30 Uhr im Kleinen Vortragssaal im Museum Europäischer Kulturen zum Vortrag „Bergpark Wilhelmshöhe“ von Wolfgang Heinrich Fischer willkommen.

 

 

Hoch über der Stadt Kassel ragt die Herkules Statue empor. Die Wilhelmshöher Allee durchschneidet die Stadt und bildet zugleich die Hauptachse durch den Bergpark Wilhelmshöhe. Der Park umfasst eine Fläche von 2,4 km² und gilt als der größte Bergpark Europas. Ab 1696 begann man mit dem Bau der Parkanlage. Die Erweiterungen zogen sich über einen Zeitraum von 150 Jahren hin. International bekannt sind vor allem die Wasserspiele und Kaskaden, das Schloss Wilhelmshöhe, die Löwenburg und natürlich der Herkules. Im Jahre 2013 wurde er als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

 

Bergpark Wilhelmshöhe

Einmalig in der Geschichte der europäischen Gartenkunst war die Kombination von Italienischen Gärten des Barock die an Berghängen in Terrassenform angelegt waren und Französischen Barockparks welche sich in der Ebene erstreckten. Die heutige Form des Bergparks folgt den Ideen des Englischen Landschaftsgartens und hat somit den typischen Charakter eines Barockgartens verloren.

Bekannt sind heutzutage vor allem die sich vom Herkules ergießenden Kaskaden und Wasserspiele. Sie sind Zeugnis einer aufwendig gestalteten Gartenkunst. Der Park ist ein Abbild der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte durch mehrere Epochen.

Unter Landgraf Karl begannen ab 1696 die ersten Bauarbeiten. Er engagierte auch den französischen Erfinder Denis Papin, welcher eine mit Dampf betriebene Wasserpumpe konstruierte um die Wasserfontäne zu betreiben. Auch wenn diese frühe Dampfmaschine nur sehr mangelhaft funktionierte, so stellt sie dennoch eine technische Innovation dar.

Die Parkanlage wurde bis weit in das 19. Jahrhundert nach den jeweils aktuellen Vorstellungen fortentwickelt. Für die heutige Gestaltung sind insbesondere zwei Bauphasen wichtig:

Ab 1701 wurde mit dem Bau des Schlosses, eines Oktogons, und der vorgelagerten Kaskade begonnen. Der italienische Architekt Giovanni Francesco Guerniero schuf eine ca. 320 m lange Wasserachse nach dem damaligen feudalen Zeitgeschmack des Barock. Zusammen mit den Wasserspielen wurde sie 1714 erstmals öffentlich präsentiert. Die Herkules-Statue auf der Dachpyramide wurde erst 1717 aufgestellt.

Ab 1785 begann die zweite große Umbau- und Erweiterungsphase unter Landgraf Wilhelm IX. (später Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel). Schloss Weißenstein wurde abgerissen und als Schloss Wilhelmshöhe nach den klassizistischen Entwürfen von Simon Louis du Ry neu erbaut.

Statt gerader barocker Achsen spielten nun überraschende Wegeführungen und Aussichtspunkte die Hauptrolle, es begann die Umgestaltung zum englischen Landschaftsgarten, maßgeblich durch den Gartenarchitekten Heinrich Christoph Jussow. Die Löwenburg (1793–1800), eine künstliche Ruine, der Schlossteich (1785–1791), auch Lac genannt, der Fontänenteich (1789/1790) sowie die die Teufelsbrücke mit dem Höllenteich (1792/1793) gehen auf seine Anregungen zurück. Höhepunkt seines Schaffens ist ein faszinierendes Aquädukt (1788–1792), das architektonische Zitat einer verfallenen römischen Wasserleitung, von deren Höhe das Wasser 34 m in die Tiefe stürzt.

Der heutige Steinhöfer Wasserfall (früher Waldwasserfall, 1793) wurde von dem „Brunneninspektor“ Karl Steinhöfer inspiriert, der auch eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Park- und Wasserspiele einnahm.

Unter der Herrschaft Napoleons regierte sein jüngster Bruder, Jérôme Bonaparte, vom Schloss aus. In dieser Zeit fanden zahlreiche öffentliche Festivitäten statt. Es wurde das Hoftheater neu erbaut sowie am Schloss einige Erweiterungen vorgenommen.

1813 kehrte nach der Niederlage Napoleons der geflüchtete Kurfürst Wilhelm I. zurück. Sein Nachfolger Wilhelm II. ließ 1826 mit dem Neuen Wasserfall das letzte große Bauwerk der Wasserspiele anlegen. Mit der Inhaftierung Friedrich Wilhelm I. durch Preußen, endete die Ära der Bauherren des Bergparks.

Im 20. Jahrhundert war man bestrebt die Bausubstanz zu erhalten. Neu geschaffene Infrastrukturbauten, vor allem in Form von Straßen und Parkplätzen, stellen eine problematische Beeinträchtigung des Kernbereichs des Parks dar.

 

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